Klöppelspitze


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Klöppelspitzen

  Über meine Liebe zu den Klosterarbeiten, bin ich zum Klöppeln gekommen. Da handgearbeitete Klöppelspitzen sehr teuer sind, kam mir der Gedanke das selbst einmal zu versuchen.  Wie bei jeder Handarbeit braucht es auch hier Geduld. Kein Meister ist je vom Himmel gefallen...

  Das Bild rechts zeigt mich während des Mindelheimer Frundsbergfests vor einigen Jahren. Es macht sehr viel Freude den Besuchern das Klöppeln zu zeigen und Interessierten etwas mehr darüber zu erzählen. Vielen ist diese Handarbeit gänzlich unbekannt. Um so mehr freut es mich, wenn ich etwas Begeisterung hervorrufen kann. Nette Bekanntschaften und interessante Gespräche haben sich bei diesem Anlass schon ergeben.

   Jedes Frundsbergfest ist immer wieder etwas ganz besonderes. Mindelheim versetzt sich zurück ins Mittelalter und passend dazu gab es bei mir kleine, besondere Andenken an das Fest zu erwerben. Es war etwas Ausgefallenes, dass man in unserer modernen Zeit nicht mehr oft findet. Angeboten unter dem Schlagwort:

                 "Contra Maleficia, contra Ignem, Pestem et Tempestatem"

Gegen Schaden, Feuer, Pest und Ungewitter                                 

 

  Es handelt sich hierbei um Schutzbriefe, selbstverständlich habe ich mir die künstlerische Freiheit genommen und die Gestaltung der "Breverl" etwas an die heutige Zeit und Geschmack angepasst. Der Schutzbrief ist in Briefform zusammengefaltet und wurde in einer Hülle aus Leder, Stoff oder Metall an einer Schnur um den Hals getragen.

    Das Tragen von Schutzbriefen zur Abwehr von Krankheit zur Abwehr von Krankheit und Gefahr ist seit der Antike bekannt. Viele dieser Schutzbriefe enthalten zusätzlich noch sakrale und magische Gegenstände. Geweihte Medaillen, Miniaturkreuze, Schluckbildchen, Schabefiguren, Kreuze, rote Filzfleckchen (rot = Dämonenfeindlich), Holzsplitter, Mineralien, Kräuter, Samen und Gewürze.

    Breverl haben Amulettcharakter und waren im Mittelalter immer fest verschlossen. Der Besitzer kannte ihren Inhalt nicht.  Die Kirche kämpfte zeitweise vehement gegen die Breverln an. Später wurden in den Schutzbriefen vor allem Schutzheilige angerufen und dargestellt und deswegen von der Kirche toleriert und in Wallfahrtsstätten auch zum Kauf angeboten.

    Ihr persönliches Breverl enthält: Gefalteter Schutzbrief, ein kleines Kreuz, ein rotes Filzfleckchen, eine Monstranzbohne  oder eine Gewürznelke und zwei Schluckbildchen (so genannte Agathazettel).  Schluckbildchen sind Heiligenbildchen, die bis zum 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil jedes Haushalts waren. Bei einem inneren Leiden schluckte man eines dieser Bildchen und hoffte durch die Kraft der Heiligen auf Linderung.

Die Breverl kamen bei den Besuchern des Fests sehr gut an. Sogar ein Museum in Südtirol hat eine kleine Lieferung bestellt, um sie im Museumsladen anzubieten.

   Doch nun genug, zurück von Mittelalter in die Gegenwart:

 Hier noch ein Paar Bilder aus meiner großen Sammlung von verschiedenen Klöppeldeckchen:

              

  Einige der Deckchen stammen vom Flohmarkt. Sie fristen dort manchmal ein so kümmerliches Dasein, dass es mir unmöglich ist, sie nicht mitzunehmen. Wenn man weiß, wie viel Arbeit und Liebe in eine solche Handarbeit investiert wurde, sieht man das Ergebnis vielleicht mit anderen Augen.

  Bei dem hier abgebildeten Deckchen handelt es sich zwar um ein Occhi Deckchen. Aber es ist zu schön um einfach nur in einer Schublade zu liegen. Es gibt immer mehr Liebhaber dieser Technik. Als Spitze gearbeitet eignet sie sich auch gut für Klosterarbeiten.

 

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